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Jägerschnitzel im Cheers

Das Cheers in der Nordstadt Hannovers genießt für seine internationale Küche einen guten Ruf. Schon oft habe ich dort sehr leckere und zudem riesige Portionen bekommen. Meist esse ich ein Pastagericht, doch heute musste es ein Jägerschnitzel sein.

Hätte ich es mal sein gelassen.

Schon der dürftige Salat ließ Schlimmes ahnen: ein Haufen lieblos angerichteten Eisbergsalats mit wässrigem, geschmacksarmen Dressing, zwei Scheibchen Hollandgurken und -tomaten sowie einer milden Peperoni, einer Olive und ein paar Zwiebelringen. Die Zwiebel und Peperoni waren die einzigen geschmacklich relevanten Komponenten auf dem Teller.

Obwohl ich die Sauce explizit separat bestellt hatte, bekam ich sie halb über das Schnitzel und halb über die Fritten gekippt, was Panade und Pommes aufweicht. Doch okay, ich hab’s akzeptiert, weil ich in einer großen Gruppe da war und Fehler auch passieren dürfen.

Was nicht passieren darf: ein Schnitzel aus der Fritteuse. Die Panade wird durch das Frittieren hart und das Fleisch zäh. Dazu kam, dass das Messer total stumpf war.

Die Sauce war offenbar ein Industrie-Convenience-Produkt und kam von Aussehen und Konsistenz sowie geschmacklich kaum über Maggi-Fertigsaucen-Niveau hinaus. Die Champignons der Jägersauce wiesen dann auch noch das typisch-intensive, leicht säuerliche Dosenpilzaroma auf. Bah! Eklig! Und das für knapp 8 Euro!

Weil ich richtig Kohldampf hatte, aß ich das Schnitzel auf. Von den immer weicher und wabbeliger werdenden Pommes (sogar da, wo keine Sauce dranklebte!) ließ ich die Hälfte übrig. Was mir nicht gerade ähnlich sieht.

Nie wieder Schnitzel im Cheers. Nächstes mal lieber wieder Nudeln oder Pizza.

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Schnitzelabend im Stephans Eck

Wieder einmal traf sich die illustre BMI-Tuning-Gruppe aus Hannover, um sich einen Spoiler anzufuttern. Diesmal fiel die Wahl auf das Stephans Eck in der Geiblstraße.

Das Stephans Eck (das nur außen so heißt – in der Speisekarte steht Stephan‘s Eck mit mittlerweile zulässigem, aber noch immer komplett bescheuerten Deppenapostroph) eröffnet erst morgen neu. Heute waren wir die ersten Gäste – inmitten gerade aufgehangener Bilder und im Dunst frischer Farbe. Irgendwie hat das die Organisatorin des Abends hinbekommen.

Typischerweise futtert die BMI-Truppe Schnitzel, und so war es auch geordert – für 9,90 Euro gab es zunächst einen recht leckeren Salat.

Salat

Nach dem Salat folgte jede Menge kleiner, zarter, in Butter gebratener Schnitzelchen. Dazu gab es wahlweise Jäger- oder Paprikasoße Ungarischer Art, beide aus frischen Zutaten hausgemacht. Während die Jägersoße mit ihren frischen Pilzen sehr gut war, hätte die Paprikasoße Ungarischer Art gern ein bisschen Bumms vertragen können. Als »seniorenfreundlich« wurde die Paprikasoße Ungarischer Art etwas euphemistisch durch einen Teilnehmer beschrieben.

Zu den Schnitzeln gab es leckere Bratkartoffeln oder wahlweise Pommes frîtes, die teilweise sehr wenig gesalzen (gut – kann ja jeder selber salzen) und teilweise etwas wenig knackig waren (nicht so gut).

Angerichtet wurde alles auf Platten und Schüsseln, sodass es zu einem munteren Hin- und Herreichen der einzelnen Gerichtskomponenten kam. Das macht in größeren Gruppen viel mehr Spaß, als wenn jeder seinen eigenen Teller bekommt.

Schnitzel, Pommes, Zigeunersauce

Alles in allem würde ich dem Essen mit einem Zwischending aus einer Eins minus oder Zwei plus bewerten wollen. Da das nicht geht, bleibt es bei der Zwei plus. Der Service hat sich dagegen eine Eins verdient – ein einzelnes Mädel stemmte die gesamte Meute, und sie hat es sogar zuwege gebracht, den Salat zunächst den verstreut sitzenden Damen zu servieren, bevor dann die Herren zu ihrem Recht kamen. Das erlebt man nicht mehr oft, und dafür: Châpeau!

Der doppelte Espresso, den ich zum Nachtisch orderte, war dafür ein totaler Reinfall. Erstens war er sehr, sehr dünn – so als habe man einen einfachen Espresso auf die doppelte Menge gestreckt. Zweitens schmeckte er alt. Die Bohnen waren offenbar zu lange an der Luft. Vielleicht wird hier nicht so oft Espresso ausgeschenkt? Dafür eine glatte Sechs.

Espresso im Stephans Eck

Doch wer eine deutsche Kneipe nach dem ausgeschenkten Espresso bewertet, macht was falsch – Filterkaffee: An dem dürfte man herummäkeln. Nicht aber, wenn der Espresso kacke ist. Darum lasse ich den mal außen vor.

Das neue Stephans Eck ist zu empfehlen – aber lasst dann doch lieber die Finger vom Espresso.