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Pizza Parma con Rucola im Adriatico

Wenn man die unscheinbare, an der Marienstraße in Hannover gelegene Trattoria »Adriatico« betritt, empfängt einen das ungewöhnlichste Ausstattungsobjekt, das ich je bei einem Italiener gesehen habe: ein kleines Aquarium mit Guppys drin.

Das Ambiente ist reichlich kühl: Fliesen liegen auf dem Boden, die Wände sind ein Gemisch aus beige und apricot. Ein riesiger, getönter Spiegel an der Wand hinterlässt das Gefühl, von dahinter beobachtet zu werden. Die Tische scheinen einen Hauch zu niedrig zu sein, die Stühle einen Hauch zu hart. Draußen donnert der Verkehr über die Marienstraße.

Kann es schlimmer kommen?

Ich bestellte eine Pizza Parma. Sie wurde mit einem extra Pizzamesser geliefert, das sich als so scharf wie ein Teelöffel erwies. Auf der rechten Hälfte der Pizza machte das nix, weil der Teig so fluffig wie bei einem Hefezopf war. Links jedoch musste ich mich damit durch steinharten Keksteig bröseln. Natürlich ließ sich der Schinken damit nicht schneiden, sondern allenfalls zerreißen.

Geschmacklich betrachtet habe ich schon erheblich bessere Parma-Pizzen von Bringdiensten bekommen – und das will schon was heißen. Die Grundierung dieses Teigfladens war erstaunlich fade, und das konnte der viel zu dick geschnittene und teilweise harte Parmaschinken auch nicht rausreißen. Selbst der Parmesan war merkwürdig geschmacksarm.

Alles in allem: So eine Pizza brauche ich nicht noch einmal.

Interessanterweise war der Laden recht voll, was mich veranlasst zu glauben, dass das Essen hier sonst wohl besser ist und der Koch nur einen schlechten Tag hatte.

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Jägerschnitzel im Cheers

Das Cheers in der Nordstadt Hannovers genießt für seine internationale Küche einen guten Ruf. Schon oft habe ich dort sehr leckere und zudem riesige Portionen bekommen. Meist esse ich ein Pastagericht, doch heute musste es ein Jägerschnitzel sein.

Hätte ich es mal sein gelassen.

Schon der dürftige Salat ließ Schlimmes ahnen: ein Haufen lieblos angerichteten Eisbergsalats mit wässrigem, geschmacksarmen Dressing, zwei Scheibchen Hollandgurken und -tomaten sowie einer milden Peperoni, einer Olive und ein paar Zwiebelringen. Die Zwiebel und Peperoni waren die einzigen geschmacklich relevanten Komponenten auf dem Teller.

Obwohl ich die Sauce explizit separat bestellt hatte, bekam ich sie halb über das Schnitzel und halb über die Fritten gekippt, was Panade und Pommes aufweicht. Doch okay, ich hab’s akzeptiert, weil ich in einer großen Gruppe da war und Fehler auch passieren dürfen.

Was nicht passieren darf: ein Schnitzel aus der Fritteuse. Die Panade wird durch das Frittieren hart und das Fleisch zäh. Dazu kam, dass das Messer total stumpf war.

Die Sauce war offenbar ein Industrie-Convenience-Produkt und kam von Aussehen und Konsistenz sowie geschmacklich kaum über Maggi-Fertigsaucen-Niveau hinaus. Die Champignons der Jägersauce wiesen dann auch noch das typisch-intensive, leicht säuerliche Dosenpilzaroma auf. Bah! Eklig! Und das für knapp 8 Euro!

Weil ich richtig Kohldampf hatte, aß ich das Schnitzel auf. Von den immer weicher und wabbeliger werdenden Pommes (sogar da, wo keine Sauce dranklebte!) ließ ich die Hälfte übrig. Was mir nicht gerade ähnlich sieht.

Nie wieder Schnitzel im Cheers. Nächstes mal lieber wieder Nudeln oder Pizza.

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Lamm »Mongolei-Art« bei Miss Saigon

Miss Saigon ist so etwas wie der Bauchladen asiatischer Küche. Heute habe ich mich mal des Zusatzes »sehr scharf« wegen für das Lamm nach mongolischer Art entschieden.

Natürlich ist es nicht sehr scharf, sondern europäergerecht allenfalls pikant. In der hellen Currysauce findet sich Gemüse wie Möhren, Broccoli und Blumenkohl, Paprika, Wiesenchampignons und grüne Bohnen, also genau das, was schon Dschinghis Khan traditionell auf dem Teller hatte. Das zarte Lammfleisch ist lecker – was daran mongolisch sein soll, vermag ich jedoch nicht zu sagen. Vielleicht ist es in vergorener Stutenmilch eingelegt worden oder es wurde unter dem Sattel eines Kriegers der Goldenen Horde mürbe geritten. Oder beides.

Die Speise kostet 7,50 Euro, was angesichts der Menge in Ordnung geht.

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Frühstücksbuffet im Hotel »Auszeit«, Düsseldorf

Einer beruflichen Veranstaltung wegen war ich in Düsseldorf. Dort war ich im Hotel Auszeit untergebracht. Weil der Name dieses Hotels so doof klingt, hat der mitreisende Kollege gleich mal die Rezensionen gecheckt. »Großartiges Frühstücksbuffet«, hieß es da und »Tolles Frühstück«. Auch »Noch nie so ein gutes Frühstücksbuffet gesehen« war zu lesen, und »Allein des Frühstücksbuffets wegen sollte man ins Auszeit gehen«. Wir wurden sehr, sehr misstrauisch.

Als die Nacht vorbei war, trafen wir uns am Frühstücksbuffet. Und dazu fallen mir nur Ausdrücke ein wie überwältigend, fulminant, grandios, unglaublich, wahnsinnig.

Wer den etwa vier mal sechs Meter großen Buffet-Bereich betreten will, kommt zunächst einmal an einem Regal vorbei, in dem 21 Sorten Honig darauf warten, vernascht zu werden. Darunter nicht bloß Feld-, Wald- und Wiesenhonig, sondern auch Eukalyptus-Honig, Koriander-Honig und Edelkastanien-Honig.

21 Sorten Honig

Nach diesem ersten Schock eröffnete sich rechterhand das Tee-Regal – dort gab es geschätzte 25 oder 30 Tees zur Auswahl, und obenauf standen nicht weniger als zehn Sorten Zucker, einige davon aromatisiert (Limette, Orange, Lavendel etc.). Natürlich gab es auch Kakao, Milch und andere Heißgetränke. (Kaffee wurde in einer Thermoskanne direkt an den Tisch geliefert.) Vor den Tees standen die Nachtische: Cupcakes, Pfannküchlein mit Cranberry-Marmelade, Apfelkuchen etc. Ein Waffeleisen (Ahornsirup und ähnliche Zutaten standen bereit) knallte in meinem Beisein durch, weil ein unachtsamer Gast das Stromkabel mit gebacken hatte. In der Ecke konnte man sich Toasts rösten lassen.

Im Anschluss fanden sich dann frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte: Orange, Pampelmuse, Tomate, Karotte, Mango und mehr. Links daneben fanden sich Quark (40, 20 und 10 % Fettstufe) und Joghurts in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Wieder links daneben gab es einige Salate, etwa Meeresfrüchtesalat, dann folgte eine Fischplatte mit Forelle, Graved Lachs, Räucherlachs, Rollmops, Sushi etc., woran sich eine ausgesprochen umfangreiche Käse- und Wursttheke anschloss.

Im Vordergrund: Wurst- und Käsetheke, Mitte: Salate, Hintergrund: Quark und Joghurt und die Getränke

Nun folgte die Warmhaltetheke mit dem, was ich irgendwie nur im Hotel esse: Rührei mit Schnittlauch, Bacon, kleine Würstchen, Frikadellen, Teigtaschen, Mini-Hamburgern (!) und noch mehr, an das ich mich schon gar nicht mehr erinnern kann.

Wer Hotelfrühstück kennt, der weiß, dass es meistens so zwischen sechs und acht Sorten Marmelade/Schokocreme/Honig zu wählen gibt. In den meisten Hotels kommt der süße Brotaufstrich aus Plastikportionstöpfchen, in den besseren Hotels werden die Gläser anständig präsentiert. Im Auszeit gibt es, wie ich eingangs erwähnte, bereits 21 Sorten Honig. Wie würde sich wohl das Marmeladensortiment präsentieren? Nun, ich glaube, ich lasse einfach mal ein Bild für sich sprechen:

Ein, zwei Töpfchen Marmelade

Neben dem obligatorischen 5-kg-Nutella-Glas gibt es etliche weitere Nuss-Nougat-Cremes, darunter auch die beste, die ich kenne (und die es im Westen der Republik kaum zu finden gibt): Nudossi aus Radebeul. Aber auch die exquisite Chocolat-Serie findet sich unter den Schoki-Aufstrichen, und selbst amerikanischer Marshmellow-Aufstrich ist dabei. Es gibt Erdnuss-Mus (und -butter), Cashew-Mus und noch ein drittes Nuss-Mus.

Der Rest des Marmeladen-Buffets ist Legende. Neben handelsüblicher Marmelade und Konfitüre aus zum Beispiel Erdbeere oder Aprikose gibt es auch Sorten mit Holunder oder Feige. Der Hammer aber ist, dass es eine ganze Menge selbstgemachter Marmeladen gibt: Erdbeer-Minze, Pflaume-Rotwein und noch viele, viele andere Kompositionen. Ich wusste gar nicht recht, wo ich anfangen sollte. Also drehte ich mich zunächst mal um, denn dort standen auf einer frei stehenden, ovalen Theke das Müsli und das, was man neuerdings dank eines Werbetexters mit amputiertem Frontallappen mit dem kruden Begriff »Cerealien« belegt.

Es gab dort normales Müsli und Müsli mit Knusper, normales Müsli mit Schoko und Knusperschokomüsli, Müsli mit Kokos, Müsli mit Cranberrys und und und. Dann folgten Kellog‘s- und Nestlé-Produkte, und zwar in einer Vielzahl, wie sie mein Edeka-Center mit 30 Metern Regallänge nicht aufbringen kann. Cornflakes, Frosted Flakes, Cornflakes mit Nüssen (Mandeln?), Special-K und andere Maisflocken. Cini-Minis, Weetabix, und Gott-weiß-was. Da gab es sogar Sachen, die ich schon seit Jahren als vom Markt verschwunden wähnte – Fruit Loops zum Beispiel oder Rice Crispies. Und es gab Dinge, von denen ich in meinem Leben noch nichts gesehen und gehört hatte. Nun bin ich kein Frühstücksflockenmensch, von daher bin ich auf diesem Gebiet nicht gerade als Kapazität zu verstehen. Dennoch hat mich das ganze Industriezeug in seiner schieren Vielfalt schlicht erschlagen.

Und das war erst die eine Hälfte des Müslibuffets. Denn natürlich gab es auch einfach Krams zum Müsli-selber-basteln: Haferflocken, Leinsamen, Kürbiskerne und mehr. Dieses »mehr« fand sich auf der anderen Seite der Theke.

Rosinen, Apfel- und Pfirsichscheiben, Kaki-Streifen, getrocknete Erdbeerstückchen, Hasel-, Wal- und Macadamia-Nüsse, Cashewkerne, Brombeeren in weißer Schokolade, Himbeeren in Edelbitter-Schokolade, Schokoladensteine … das ist jetzt vielleicht ein Zehntel dessen, was es dort wirklich gab. Das Bild, das etwa eine Hälfte und nur eine Seite der gesamten Länge der Theke zeigt, gibt vielleicht einen ganz guten Eindruck:

Eine Hälfte des Müslibuffets

Ich bin im Auszeit sechs Mal (sechs Mal!!) ans Buffet gegangen. Probiert habe ich:

– Rührei, Bacon, Mini-Frikadelle, Mini-Würstchen (2x)
– Brötchen mit Holunder- und Feigen-Marmelade
– Forelle, Graved Lachs und Räucherlachs mit Pistazien
– Fleischspießchen
– Pfannkuchen mit Cranberry-Marmelade

Alles, alles, alles war super-super-lecker. Das einzige, was wirklich gar nicht ging, war der Filterkaffee aus der Thermoskanne. Das nächste Mal trinke ich dann lieber Kaba. Oder Kaba Erdbeer. Oder Kaba Vanille. Oder Kaba Banane. Oder Kaba Himbeere. Oder … oder … oder …

Das Frühstücksbuffet im Auszeit kostet nur 15 Euro – wer also zufällig mal in der Ecke ist, sollte sich das nicht entgehen lassen. Hier der Link zum Hotel.

Schweinefleisch in Gorgonzolasauce im Schumachers

Das Schumachers liegt etwas außerhalb meines mittäglichen Fußmarschradius – allerdings nur 100 Meter. Aber um mal wieder etwas Abwechslung zu haben, bin ich gestern Mittag mal mit meinem Praktikanten dorthin gegangen.

Das Schumachers ist ein – so nennen die sich selbst – SnackBistro. Man kann dort ein paar Kleinigkeiten ordern, die meiner bisherigen Erfahrung nach allesamt appetitlich aussehen, gut schmecken und wenig kosten. Das kann die Küche wahrscheinlich nur querfinanzieren, denn von selbst dürfte sich die nicht tragen. Eigentlich ist das Schumachers ein Sportwettbüro – an Geld dürfte es also nicht mangeln.

Egal: Es gab Schweinefleisch in Gorgonzolasauce mit Broccoli und Kartoffeln. Der Broccoli wurde durch eine riesige Knoblauchzehe dezent gewürzt und sowohl Gemüse als auch Kartoffeln waren ganz leicht angeknuspert.

Das zarte, hauchdünn geklopfte Fleisch lag, gut unter Rauke versteckt, in einer Sauce, die intensiv, aber nicht aufdringlich, nach Gorgonzola schmeckte. Die Rauke passte dazu übrigens hervorragend.

Ein Dessert gehörte ebenso wie ein Glas Wasser zum Essen dazu. »Kuchen«, wie mir die Bedienung verriet, als sie auf drei runde Kuchen wies, deren Belag nur schlecht zu identifizieren war. Als ich wissen wollte, welche Sorten Kuchen das denn wären, war die Bedienung leicht überfordert und wusste nur zu sagen: »Der da ist mit Marmelade.« Außerdem gab es Panna cotta, was die Bedienung auf Nachfrage als »irgendwas mit Krem« ankündigte. Fand ich schon irgendwie niedlich. Ich entschied mich dann für die »Krem«-Panna cotta, und die war hervorragend. Und ganz ohne Krem.

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Salat

Schnitzelabend im Stephans Eck

Wieder einmal traf sich die illustre BMI-Tuning-Gruppe aus Hannover, um sich einen Spoiler anzufuttern. Diesmal fiel die Wahl auf das Stephans Eck in der Geiblstraße.

Das Stephans Eck (das nur außen so heißt – in der Speisekarte steht Stephan‘s Eck mit mittlerweile zulässigem, aber noch immer komplett bescheuerten Deppenapostroph) eröffnet erst morgen neu. Heute waren wir die ersten Gäste – inmitten gerade aufgehangener Bilder und im Dunst frischer Farbe. Irgendwie hat das die Organisatorin des Abends hinbekommen.

Typischerweise futtert die BMI-Truppe Schnitzel, und so war es auch geordert – für 9,90 Euro gab es zunächst einen recht leckeren Salat.

Salat

Salat

Nach dem Salat folgte jede Menge kleiner, zarter, in Butter gebratener Schnitzelchen. Dazu gab es wahlweise Jäger- oder Zigeunersauce, beide aus frischen Zutaten hausgemacht. Während die Jägersauce mit ihren frischen Pilzen sehr gut war, hätte die Zigeunersauce gern ein bisschen Bumms vertragen können. Als »seniorenfreundlich« wurde die Zigeunersauce etwas euphemistisch durch einen Teilnehmer beschrieben.

Zu den Schnitzeln gab es leckere Bratkartoffeln oder wahlweise Pommes frîtes, die teilweise sehr wenig gesalzen (gut – kann ja jeder selber salzen) und teilweise etwas wenig knackig waren (nicht so gut).

Angerichtet wurde alles auf Platten und Schüsseln, so dass es zu einem munteren Hin- und Herreichen der einzelnen Gerichtskomponenten kam. Das macht in größeren Gruppen viel mehr Spaß, als wenn jeder seinen eigenen Teller bekommt.

Schnitzel, Pommes, Zigeunersauce

Schnitzel, Pommes, Zigeunersauce

Alles in allem würde ich dem Essen mit einem Zwischending aus einer Eins minus oder Zwei plus bewerten wollen. Da das nicht geht, bleibt es bei der Zwei plus. Der Service hat sich dagegen eine Eins verdient – ein einzelnes Mädel stemmte die gesamte Meute, und sie hat es sogar zuwege gebracht, den Salat zunächst den verstreut sitzenden Damen zu servieren, bevor dann die Herren zu ihrem Recht kamen. Das erlebt man nicht mehr oft, und dafür: Châpeau!

Der doppelte Espresso, den ich zum Nachtisch orderte, war dafür ein totaler Reinfall. Erstens war er sehr, sehr dünn – so als habe man einen einfachen Espresso auf die doppelte Menge gestreckt. Zweitens schmeckte er alt. Die Bohnen waren offenbar zu lange an der Luft. Vielleicht wird hier nicht so oft Espresso ausgeschenkt? Dafür eine glatte Sechs.

Espresso im Stephans Eck

Nachtisch

Doch wer eine deutsche Kneipe nach dem ausgeschenkten Espresso bewertet, macht was falsch – Filterkaffee: An dem dürfte man herummäkeln. Nicht aber, wenn der Espresso kacke ist. Darum lasse ich den mal außen vor.

Das neue Stephans Eck ist zu empfehlen – aber lasst dann doch lieber die Finger vom Espresso.

Erlebniszoo Hannover: Kinderstühle in der Market Hall

Gerade einmal zwei Tage ist es her, dass mir der Tag im Erlebniszoo Hannover versaut worden ist. Das lag daran, dass im Restaurantkomplex der Yukon Bay (der »Market Hall«) zwar Wickeltisch und Baby-Gläschen-Aufwärm-Mikrowelle vorhanden sind, nicht aber Kinderstühle, in denen Anderthalbjährige unter Kontrolle gehalten (alternativ: gefüttert) werden können, während Mama und Papa etwas essen. Wer das ganze Erlebnis im Erlebniszoo lesen mag, der kann das unter diesem Link gerne tun.

Heute um kurz nach 17 Uhr klingelte mein Telefon im Büro – eine Nummer, die ich nicht kannte. Es meldete sich ein Dennis Höller – ein Name, der mir nichts sagte. Das Unternehmen allerdings, für das er anrief – das sagte mir was: Sein Arbeitgeber ist der Zoo Hannover.

Herr Höller teilte mir mit, dass man auf meinen Blogeintrag vom Sonntag aufmerksam geworden sei (Google Alerts machten’s möglich) und man meiner Argumentation komplett folgen könne: Wo Wickeltisch und Babynahrungsmikrowelle seien, da müssen auch Kinderstühle sein. Und darum habe man beschlossen, Kinderstühle für die »Market Hall« zu bestellen. Einfach so.

Da war ich dann doch ein bisschen baff.

Eine halbe Stunde habe ich gebraucht, um mich zu sammeln und zu resümieren: Ich muss nun keinen bitterbösen Brief mehr an die Geschäftsführung des Zoos schreiben, sondern eigentlich eine Art Lobeshymne wegen besonders guten Umgangs mit zwar emotionaler, aber fundierter Kritik. Ich kann doch wieder Jahreskarten für den Zoo kaufen (was ich sonst ohnehin jederzeit empfehlen würde – es lohnt sich einfach). Und ich kann doch wieder mit meinem Sohn in der wunderbaren Yukon Bay einkehren – worauf ich mich besonders freue, wenn die Pinguine wieder in die Yukon Queen zurückgekehrt sind.

Ich freue mich wie Bolle. Danke, Zoo Hannover, für Einsicht und Entschlusskraft. Das ist wirklich klasse.

Aufreger des Tages: Yukon Bay im Zoo Hannover

Mit Frau und Kind war ich heute im Erlebniszoo Hannover. Um 12 wurde der Kleine (etwa anderthalb) quengelig, deshalb sind wir in die Yukon Bay eingekehrt, um zu essen und um ihn anschließend im großzügig dimensionierten und toll ausgestatteten Wickelraum des Restaurantkomplexes (Fischtheke, Salatbuffet, Grillstation, Nudelbar, Sandwichauswahl, Eissalon, Diner und Café) mit einer frischen Windel zu versorgen.

Ich rege mich jetzt noch immer auf, deshalb ganz schnell vorweg: Ich aß Nudeln mit einer Sauce Bolognese, die günstig waren und lecker hätten sein können, wenn ich mich nicht so hätte ärgern müssen. Die Sauce war sogar eine richtige Bolognese, mit Möhren und Sellerie. Aber das ist hier jetzt komplett egal, denn, wie gesagt, ich rege mich auf.

Während meine Frau das mitgebrachte Essen des Sohnemanns in der eigens dafür vorgesehenen, frei zugänglichen Mikrowelle erwärmen ging, suchte ich mit dem Knirps auf dem Arm nach einem Kinderstuhl. Ich fand keinen. Auch der Blick anderer Eltern schweifte rätselnd umher. Schließlich fragte ich ein vielleicht 20-jähriges Mädel vom Service, wo ich denn einen Kinderstuhl finden könnte. Ihre Antwort: »Es gibt keinen.« Da muss ich ganz schön perplex geguckt haben, denn sie zuckte entschuldigend mit den Schultern und fügte hinzu: »Das Familienrestaurant im Zoo ist das Mullewupp. Da gibt es Kinderstühle.«

Moment mal. Das Familienrestaurant im Erlebniszoo Hannover ist das Mullewupp? Das ist doch Schwachsinn! Denn wenn das so ist, warum gibt es dann im Restaurantkomplex der Yukon Bay einen Wickelraum und eine Mikrowelle – offenbar doch wohl für Babys und Kleinkinder? Warum also gibt es nicht auch Stühlchen, wie es sie in jeder Kaschemme an der Autobahn gibt? Zu teuer in der Anschaffung oder was?

Tut mir Leid, sagte der Blick der Servicekraft. »Wir finden das auch total bescheuert. Die Gäste laden ihren Ärger über die fehlenden Stühle jeden Tag bei uns ab, und wir geben das immer weiter, aber es ändert sich nichts. Die Geschäftsführung will es so.«

Dieser Geschäftsführung werde ich – ergänzend zu diesem Beitrag hier – einen Brief schreiben. Die sollte sich mal in die Restaurants der Yukon Bay setzen und gucken, ob ihre Festlegung auf das Mullewupp als einziges »Familienrestaurant« des Zoos nicht gänzlich an der Realität vorbeigeht. Und vielleicht sollte sie auch erläutern, was genau ein »Familienrestaurant« überhaupt sein soll. Vielleicht mit einer sinnvollen Erläuterung, weshalb die anderen Restaurants im Zoo nicht auch Familienrestaurants sein können.

Dieses Erlebnis im angeblich familienfreundlichen Erlebniszoo Hannover hat meiner Frau und mir so dermaßen die Laune verhagelt, dass wir nach dem Essen und Wickeln auf dem direkten Wege den Zoo verlassen haben. Ob wir uns in der nächsten Saison noch einmal je eine Jahreskarte kaufen werden, ist eher unwahrscheinlich. Willkommen scheint unsere Familie trotz der exorbitanten Preise des Zoos ja nicht gerade zu sein.

Überbackenes Gyros im Bacchus V

Mein Praktikant hatt Bock auf griechisches Essen. Der einzige Grieche im fußläufig erreichbaren Zentrum Hannovers ist das Bacchus V in der Nordmannpassage, zwischen Kurt-Schumacher-Straße und Steintor. Wir gingen hin und schlemmten uns satt.

Als Vorspeise wählten wir ein Saganaki, das wir uns teilten. Saganaki ist in der Pfanne mit Olivenöl gebratener und mit Zitrone gereichter Schafskäse. Gelegentlich ist der Käse mit Zwiebelringen und Oliven belegt und in jedem Fall eine Delikatesse. Dieses Machwerk hingegen war ein paniertes, frittiertes Ding, ganz ohne Ähnlichkeit zum griechischen Vorspeisenklassiker. Dermaßen enttäuscht hatte mich dieses Restaurant noch nie.

Als Hauptgericht wählte ich überbackenes Gyros in Tomatensauce mit einem Tomatenreisbällchen.

Abgesehen von der schieren Größe der Portionen (mein Praktikant hat sein Gyros-Bandnudel-Pfännchen nicht geschafft) gibt es wenig von dem Gericht zu erzählen: Gyros mit irgendeinem geschmacksneutralen Scheibenkäse überbacken, eine leicht säuerliche Sauce und ein gigantisches, etwas schleimiges Reisbällchen halt.

In diesem Restaurant habe ich schon deutlich besser gegessen.

Überbackenes Gyros im Bacchus V, Hannover

Überbackenes Gyros im Bacchus V, Hannover