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Triple Cheeseburger im Mel’s Diner

Nachdem ich ja erst heute Mittag den Giant Bisonburger im Zoo Hannover hatte, stellte ich im Büro angekommen entgeistert fest, dass ich noch einen Groupon-Gutschein für den Hamburgerladen Mel’s Diner hatte, der tags darauf verfallen würde. Also habe ich per Twitter ein Date mit @hellopitty ausgemacht, und wir sind dann noch die acht Kilometer aus der City rausgeradelt, um uns den Burger zu verdienen.

Die Bedienung hatte eine Aufmerksamkeitsspanne, die so groß wie ihr Röckchen lang war, aber wenigstens hat sie immer freundlich gelächelt.

Wir orderten zwei Triple Cheeseburger à 12 Euro, mit schön breiten Pommes und viel Zeug zum Belegen.

Der Burger war lecker, aber unglaublich sperrig zu essen – immerhin handelte es sich um drei Paddys und drei Lagen Käse zwischen den Brötchenhälften, dazu noch Salat, Tomate, Zwiebeln, Gurken, Ketchup und andere Saucen. Selbst mit Messer und Gabel war da nix sinnvoll zu bewegen.

Im Preis enthalten war ein 0,5-l-Softdrink, und in dieser Konstellation und Qualität geht der Preis voll in Ordnung. Im Vergleich zum Zoo-Burger hat Mel’s Diner die Nasenspitze sogar ein wenig vorn. Finde ich.

Und übrigens sind wir dann nicht nur acht Kilometer weit zurückgeradelt, sondern ganze zehn – schließlich musste @hellopitty noch nach Hause gebracht werden.

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Giant Bisonburger in der Yukon Bay (Zoo Hannover)

Der Zoo Hannover ist ein großartiger Zoo. Die Tiere sind in kleine Themenparks gegliedert. So finden sich die Löwen und Nilpferde in der Sambesi-Landschaft und die Elefanten und Tiger im indischen Dschungelpalast. Ein Besuch lohnt jederzeit. In der neuen Yukon Bay, in der Tiere der Polarregionen gezeigt werden, herrscht das Flair einer Goldgräberstadt mit Hafenanlage und Uferpromenade. Hier gibt es diverse Möglichkeiten, sich satt zu essen.

Ich bestellte mir einen Giant Bisonburger, und gigantisch war er in der Tat: Der Paddy hat die Ausmaße einer Männerhand und besteht aus fettarmem Büffelfleisch. Dazu gibt es das angeröstete Brötchen und quasi als Do-it-yourself-Burger-Bausatz Zwiebeln, Salat, Tomaten, Gurken und Ketchup/Mayo. Als Beilage gibt es die bekanntlich vollkommen fett- und kalorienfreien Pommes frites.

Alles ist ziemlich lecker, für 11,90 Euro ohne Getränk preislich aber eher zu teuer. Das ist wahrscheinlich dem Monopol geschuldet, das der Zoo in der Versorgung seiner Besucher innehat.

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Filetsteak mit Champignon-Zwiebel-Beilage

Wenn es denn zeitlich klappt und ich nicht wieder einmal arbeite, dann koche ich selber ganz gern. Gestern beim Einkauf entschied ich mich, heute ein Filetsteak zuzubereiten, bevor es ins Büro geht. So ein Filetsteak kostet bei 250 Gramm Gewicht runde neun Euro, aber es ist wegen seiner Zartheit auch jeden Pfennig wert. Steak bevorzuge ich völlig ohne Schickimickigedöns und zudem medium rare, was zugegebenermaßen nicht jedermanns Sache ist. Und so mache ich mein GASTRONATOR-Steak:

250 g Filetsteak, etwa zweifingerbreit geschnitten
250 g braune Champignons
eine Handvoll Schalotten oder kleine Zwiebeln
100 g Butter
75 g Crème fraîche (1/2 Becher)
Salz, Pfeffer aus der Mühle

2 Pfannen, davon möglichst eine geriffelte Grillpfanne
1 Backofen
1 Streifen Alufolie
Pfannenwender, Grillzange

Ich besitze eine quadratische Grillplatte von Le Creuset (bei Amazon in verschiedenen Farben erhältlich – meine ist schwarz), die ich so gut wie ausschließlich für Steaks nutze. Dieses Teil bringe ich richtig auf Temperatur – gute fünf Minuten brennt der Herd auf voller Pulle, bevor mein Steak Kontakt mit der Pfanne aufnimmt.

Während ich auf die Pfanne warte, schalte ich den Backofen auf 150 Grad, lege einen Streifen Alufolie zurecht und viertele die Pilze. Das Reinigen von Champignons spare ich mir grundsätzlich, da diejenigen, die man heutzutage im Supermarkt bekommt, so gut wie alle aus Zuchtkulturen stammen und somit vollkommen sauber sind (Ausnahme: Wiesenchampignons). Die „Erde“, die manchmal dranhängt, ist lediglich ein Rest des Substrats, in dem die Pilze reifen. Das wische ich ab, und das war‘s auch schon. Wer mag, kann die trockenen Enden der Stiele abschneiden – mir ist das zuviel Aufwand, denn letztendlich sind sie nur trocken, nicht eklig. Feuchtigkeit nehmen sie in der Pfanne schon wieder auf.

Auch die Zwiebeln schäle und viertele ich. Bei Schalotten dauert das ein bisschen länger, weil deren Struktur komplexer ist als die einer Zwiebel, deshalb bei Schalotten unbedingt ein bisschen mehr Zeit einplanen.

Wenn die Pilze und Zwiebeln fertig geschnitten sind, ist die Pfanne für das Steak heiß genug. Einfach drauflegen und sich am Zischen erfreuen. Nach etwa zwei Minuten kann man dann mal mit der Grillzange das Fleisch vorsichtig anheben. Wenn es noch an der Pfanne haftet, ist es noch nicht bereit zum Wenden – möglicherweise war die Pfanne dann nicht heiß genug und das Fleisch braucht länger. Haftet es nicht mehr an der Pfanne an, kann man es wenden. Antihaftbeschichtete Pfannen haben bei diesem Trick übrigens verloren.

Meine Grillzange ist von Cuisipro und hat damals um die 15 Euro gekostet – eine Investition, die jeder, der gern am Herd steht, tätigen sollte. Bei Amazon gibt es eine riesige Auswahl.

Gleichzeitig mit dem Steak werfe ich eine zweite Pfanne an – diesmal gerne auch antihaftbeschichtet – und lasse die Butter darin schmelzen. Die Temperatur darf nicht zu hoch sein, sonst verbrennt die Butter schneller als man gucken kann. Während die Butter langsam schmilzt, wende ich das Steak einmal und lasse es weitere zwei Minuten lang braten. Dann schalte ich die Herdplatte unter dem Steak ab, wende es noch einmal (wer so eine geriffelte Pfanne hat wie ich und Wert auf Optik legt, dreht das Steak dabei so, dass die Riffeln nun die ersten Riffeln schneiden) und lasse es noch eine Minute garen, bevor ich es noch einmal wende und auch diese Seite noch eine Minute ziehen lasse.

Wenn das Steak auf beiden Seiten insgesamt jeweils drei Minuten gegart worden ist, werfe ich die Pilze in die Pfanne mit der Butter – egal, ob die Butter schon vollständig geschmolzen ist oder nicht. Das wirbele ich nun alles einmal durcheinander. Während die Pilze langsam zu schmoren beginnen lege ich das Steak auf den Alufolienstreifen und wickele es darin schön stramm ein. Das Alufolien-Steak-Paket wandert nun in den Backofen, wo ich es einfach bei 150 Grad unbeobachtet ziehen lasse.

Jetzt habe ich wieder Zeit, mich um die Beilage zu kümmern. Die Pilze schmurgeln bereits, nun kommen die Zwiebeln dazu. Beides rühre ich kräftig durcheinander, so dass die Zwiebeln sich in ihre einzelnen Bestandteile auflösen und alles gut mit Butter überzogen ist. Jetzt werfe ich ein paar Fingerspitzen Salz hinein und drehe ein paar Mal die Pfeffermühle.

Anschließend gehe ich einige Minuten weg. Das mache ich, damit die Heinzelmännchen kommen und alles, was ich falsch gemacht habe, korrigieren können. Bislang hat das immer sehr zuverlässig geklappt.

Wenn die Pilze auf die Hälfte ihrer Ursprungsgröße geschrumpft und die Zwiebeln schön glasig sind – das ist nach etwa zehn Minuten in der Pfanne der Fall – rühre ich die Crème fraîche unter das Gemüse und schalte den Herd noch weiter runter. Dann nehme ich das Steak aus dem Ofen, wickele es aus seiner Verpackung und salze und pfeffere es von beiden Seiten. Manche salzen und pfeffern schon vor dem braten, manche machen das während des Bratens, ich hingegen bevorzuge das eben nach dem Braten. Scheint so eine Art Gelehrtenstreit zu sein. Macht, was Ihr wollt.

Das Fleisch sollte nun sehr saftig sein. Legt es auf einen im Backofen vorgewärmten Teller, dann kommen die Zwiebelpilze dazu, fertig ist das Essen.

Was ich hier so umständlich beschreibe, dauert in der Praxis dann übrigens maximal 15 Minuten – vom Auspacken bis zum ersten Bissen. Und so sieht das dann aus … mhmmmmmm …

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Libanesischer Hamburger

Wer an einen Burger denkt, hat vermutlich mächtige, kalorienhaltige Monster mit einem Viertelpfund gebratenem Industriemett, schmierigen Saucen fragwürdiger Inhaltsstoffe im Sinn, dekoriert mit Analogkäse und einem bisschen Alibi-Salat. Warmes, weiches Essen eben.

Dass das auch anders geht, demonstriert einmal mehr mein Lieblings-Libanese „Ali Baba“ an der Goseriede in Hannover.

Zwischen den angeknusperten Brötchenhälften befindet sich eine Mischung aus hauseigenem Krautsalat und ein bisschen Mayonnaise, darauf der dünne Rinderpaddy, ein bisschen Ketchup, darauf viel, viel Kopfsalat und ein paar frische Tomatenscheiben. Das war’s.

Das Geheimnis aber liegt natürlich im Fleischpaddy. Der ist nämlich auf libanesische Art gewürzt. Tolles neues Hamburgererlebnis, und das für nur drei Euro! Gerne wieder!

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Bigger, better, Burger King

Auf dem Weg nach Thüringen zu meinen Schwiegereltern überkam mich pünktlich zur Mittagszeit der Hunger. Doch sollte es nichts Großes sein, schließlich ging es ja zu den Schwiegereltern. Vielleicht ’ne Knackwurst im Brötchen.

So fuhr ich von der A7 ab zur Autobahnraststätte Göttingen-West. Hatte ich mich vorher schon gewundert, warum die A7 so leer war, so wurde dieses Rätsel nun gelöst: Die waren alle hier am Rasthof. Alle. Immense Schlangen an den Knackwurst-Ständen.

Die kürzeste Schlange gab es am Burger-King-Stand. Drei Kassen waren auf, und die Braterei hinten kam gar nicht nach – kaum landete ein Burger im Warmhalteschacht, da war er auch schon wieder raus.

Ich bestellte ein Machwerk namens Double Steakhouse. Wenn ein Produkt die Bezeichnung „Steak“ im Namen trägt, dann ist das ein Versprechen, dann erwarte ich was – und zwar mehr, als dieser Burger hält.

Der Double Steakhouse ist ein ganz simples Ding: zwei Fleischpaddys, eine Scheibe Industriekäse, ein bisschen fader Kopfsalat, der beim Essen gerne mal überprüft, ob die Gravitation noch funktioniert, alles garniert mit einer nichtssagenden, mayonnaiseartigen Soße und ein Symrise-Produkt, das ein wenig rauchig schmeckt, ist wohl auch dabei. Selbst das Brötchen ist langweilig.

Wenn das Teil schon Steakhouse heißt, warum gibt’s es das dann nicht einfach wirklich im Steak-Stil? Das wäre so einfach: statt des Standardsalats einfach in Butter geschmorte Zwiebelringe auf die Paddys drauflegen, zwei, drei Umdrehungen Pfeffer aus der Mühle drüber, fertig.

So aber bleiben die beiden besten Burger-King-Burger für mich der Whopper und wahlweise der Big King.

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Pizza mit Knoblauchsauce

Heute war ich mit Dirk Hillbrecht von der Piratenpartei bei Pizza Piccoli an diesem gümmeligen Multiplexkino in der Nikolaistraße in Hannover. Angeblich sei die Pizza dort ganz toll.

Nun ja.

Allein die Tatsache, dass man allen Ernstes gefragt wird, ob man eine Knoblauchsauce zu seiner Pizza haben wolle (egal welcher Belag!) lässt nichts Gutes ahnen. Ich bestellte eine, die mit scharfem Huhn belegt werden sollte und schlug entsprechend die Knobisauce aus. Dirk hingegen nahm sie (und sie sah dann, als sie kam, auch gut aus und roch appetitlich. Augenscheinlich ist sie hausgemacht). Die 28-cm-Pizza kostet dort zur Mittagszeit inklusive eines 0,2-Liter-Getränks 5 Euro – ein Preis, bei dem ich nicht zu viel meckern will.

Die Pizza war sehr fluffig, also im allgemein fragwürdigen, amerikanischen Stil gehalten. Reich belegt zwar, aber von Schärfe – das Attribut des Huhns – war nichts zu bemerken. Insgesamt hinterließ die Pizza im Bauch ein Gefühl der Völle, geschmacklich jedoch eher eins der Leere. Insgesamt war ich trotz des niedrigen Preises etwas enttäuscht.

Auch nicht sonderlich schön ist das Ambiente, das sich am besten als Showküche-Bistro-Lounge-Crossover definieren lässt. Oder zu deutsch: nicht Fisch, nicht Fleisch. Immerhin war’s sauber, obwohl die Tische optisch (und nur optisch) einen klebrigen Eindruck machten. Das Personal war okay, auch wenn sich das Mädel zumindest heute nicht von selbst zu einem Lächeln durchringen mochte. Vielleicht ist sie unterbezahlt.

Pizza im Pizza Piccoli Hannover

Untergang des Abendlandes 1: Blaubeereistee

Abends war ich in einem Burger-Restaurant in der Ernst-August-Galerie in Hannover. Heißt „Play off“ und tut so, als sei es den 1950ern entsprungen. Der kleine Burger war, naja, leidlich okay (etwas schleimiger Paddy), aber mit über 6 Euro deutlich überteuert. Die Fritten dazu waren schön gewürzt und sehr kross, das Cole Slaw hingegen, auf das ich mich eigentlich immer sehr freue, war fad und öde.

Doch interessant war das Getränk, das man mir anbot: ein Blaubeer-Eistee. Der war erstaunlich klar (er besaß lediglich eine kleine, rötliche Nuance), was auf der Flasche mit weißem Tee begründet wurde.

In der Tat war 1% Blaubeersaftkonzentrat im Eistee drin – aber auch 4% Birnensaft. Ja hallo? Wenn ich Birneneistee will, sag ich schon Bescheid! Das Produkt aber Blaubeereistee zu nennen, ist eine klare Verbrauchertäuschung. Obwohl eine Birne abgebildet ist.

Oben am Flaschenhals stand dann noch schön fett „Here’s to your HEALTH!“ drauf. Hauptzutat (außer Wasser) war Zucker. Logisch. Kam auch direkt aus den USA, das Zeug. Na denn: auf meine Gesundheit. Das Zeug ist ein eindeutiger Beleg dafür, wie schnell es mit dem Abendland bergab geht.

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