Schlagwort-Archive: Parmaschinken

Pizza Parma con Rucola im Adriatico

Wenn man die unscheinbare, an der Marienstraße in Hannover gelegene Trattoria »Adriatico« betritt, empfängt einen das ungewöhnlichste Ausstattungsobjekt, das ich je bei einem Italiener gesehen habe: ein kleines Aquarium mit Guppys drin.

Das Ambiente ist reichlich kühl: Fliesen liegen auf dem Boden, die Wände sind ein Gemisch aus beige und apricot. Ein riesiger, getönter Spiegel an der Wand hinterlässt das Gefühl, von dahinter beobachtet zu werden. Die Tische scheinen einen Hauch zu niedrig zu sein, die Stühle einen Hauch zu hart. Draußen donnert der Verkehr über die Marienstraße.

Kann es schlimmer kommen?

Ich bestellte eine Pizza Parma. Sie wurde mit einem extra Pizzamesser geliefert, das sich als so scharf wie ein Teelöffel erwies. Auf der rechten Hälfte der Pizza machte das nix, weil der Teig so fluffig wie bei einem Hefezopf war. Links jedoch musste ich mich damit durch steinharten Keksteig bröseln. Natürlich ließ sich der Schinken damit nicht schneiden, sondern allenfalls zerreißen.

Geschmacklich betrachtet habe ich schon erheblich bessere Parma-Pizzen von Bringdiensten bekommen – und das will schon was heißen. Die Grundierung dieses Teigfladens war erstaunlich fade, und das konnte der viel zu dick geschnittene und teilweise harte Parmaschinken auch nicht rausreißen. Selbst der Parmesan war merkwürdig geschmacksarm.

Alles in allem: So eine Pizza brauche ich nicht noch einmal.

Interessanterweise war der Laden recht voll, was mich veranlasst zu glauben, dass das Essen hier sonst wohl besser ist und der Koch nur einen schlechten Tag hatte.

20111104-135758.jpg

Wow-Erlebnis im Piu

Nach der Imbissbuden-Pizza gestern schleifte mich heute mein Twitter-Bekannter @jmbverlag ins Piu am Clevertor. Dort sei die Pizza ganz fantastisch.

Nun ja. Das hatte ich gestern schon einmal so ähnlich gehört.

Diesmal allerdings stimmte es.

Das Piu ist kein typischer Italiener, sondern sogar schon von außen sehr trendy aufgemacht. Man sitzt an erhöhten, hellen Holztischen auf Barhocker-ähnlichen Sitzgelegenheiten und bekommt eine ziemlich szenige Speisekarte vorgelegt, die anfangs etwas verwirrend ist. Die Speisen sind auf der Karte nämlich innerhalb ihrer Gruppierung („Pasta“, „Pizza“, „Carne“ etc.) in Preisklassen einsortiert – was ziemlich sinnlos ist angesichts eines gut überschaubaren Angebots, das auf ein DIN A4-Blatt passt.

Sobald man sich da durchgefunden hat und feststellt, dass die Pizza Parma in der höchsten Preiskategorie angesiedelt ist (nein, da hätte ich sie ganz bestimmt nicht von selbst vermutet), kann es losgehen. Wenn denn mal die Bedienung käme. Irgendwann kam sie.

Ich bestellte eine Pizza Parma, die in der Version „Grande“ nicht ganz acht völlig gerechtfertigte Euro kostet. „Grande“ bedeutet im Piu etwa eine 20-cm-Pizza, was klein ist. Die „Piccoli“ möchte ich dann lieber nicht sehen. So klein die Grande auch ist, so grandios ist ihr Geschmack. Die Pizza im Piu ist wirklich und wahrhaftig italienisch: superdünn ausgerollter, sehr knuspriger, fast schon keksartiger Teig, der garantiert nicht durchmatscht, und auch der Saucenbelag ist nur dünn aufgetragen. Meine Pizza Parma war vollständig mit echtem, hauchdünn geschnittenem Parmaschinken belegt, darüber türmte sich genau die richtige Menge Rauke, und darüber hatte jemand sehr großzügig frischen Parmesan gehobelt, bei dem die Salzkristalle nur so knackten.

Drei Silben von mir für dieses Gericht: Fan. Tas. Tisch. Ins Piu gehe ich ab sofort öfter.

20110720-190454.jpg