Archiv der Kategorie: Untergang des Abendlands

Untergang des Abendlandes 2: Knobisauce auf Pizza

Nochmal zur Knoblauchsauce auf Pizza aus dem Artikel von eben:

Es gibt Pizzen, zu denen Knoblauch hervorragend passt. Zum Beispiel eine Spinat-Pizza. Ich mag das. Aber den Gedanken daran, einen Becher Knoblauchtunke auf meine Pizza zu kippen, finde ich grundsätzlich widerlich: Das gehört sich einfach nicht. Das ist Missachtung jeglicher Esskultur. Knoblauchsauce auf Pizza? Bäh. Für mich ein ganz klarer Kandidat für den Untergang des Abendlandes.

Dass es ansonsten durchaus vernünftige Leute gibt, die das mögen, steht außer Frage. Andererseits gibt es auch durchaus vernünftige Leute, die sich einen Mars-Schokoriegel frittieren. Soll ja sehr lecker sein.

Pizza mit Knoblauchsauce

Heute war ich mit Dirk Hillbrecht von der Piratenpartei bei Pizza Piccoli an diesem gümmeligen Multiplexkino in der Nikolaistraße in Hannover. Angeblich sei die Pizza dort ganz toll.

Nun ja.

Allein die Tatsache, dass man allen Ernstes gefragt wird, ob man eine Knoblauchsauce zu seiner Pizza haben wolle (egal welcher Belag!) lässt nichts Gutes ahnen. Ich bestellte eine, die mit scharfem Huhn belegt werden sollte und schlug entsprechend die Knobisauce aus. Dirk hingegen nahm sie (und sie sah dann, als sie kam, auch gut aus und roch appetitlich. Augenscheinlich ist sie hausgemacht). Die 28-cm-Pizza kostet dort zur Mittagszeit inklusive eines 0,2-Liter-Getränks 5 Euro – ein Preis, bei dem ich nicht zu viel meckern will.

Die Pizza war sehr fluffig, also im allgemein fragwürdigen, amerikanischen Stil gehalten. Reich belegt zwar, aber von Schärfe – das Attribut des Huhns – war nichts zu bemerken. Insgesamt hinterließ die Pizza im Bauch ein Gefühl der Völle, geschmacklich jedoch eher eins der Leere. Insgesamt war ich trotz des niedrigen Preises etwas enttäuscht.

Auch nicht sonderlich schön ist das Ambiente, das sich am besten als Showküche-Bistro-Lounge-Crossover definieren lässt. Oder zu deutsch: nicht Fisch, nicht Fleisch. Immerhin war’s sauber, obwohl die Tische optisch (und nur optisch) einen klebrigen Eindruck machten. Das Personal war okay, auch wenn sich das Mädel zumindest heute nicht von selbst zu einem Lächeln durchringen mochte. Vielleicht ist sie unterbezahlt.

Pizza im Pizza Piccoli Hannover

Untergang des Abendlandes 1: Blaubeereistee

Abends war ich in einem Burger-Restaurant in der Ernst-August-Galerie in Hannover. Heißt „Play off“ und tut so, als sei es den 1950ern entsprungen. Der kleine Burger war, naja, leidlich okay (etwas schleimiger Paddy), aber mit über 6 Euro deutlich überteuert. Die Fritten dazu waren schön gewürzt und sehr kross, das Cole Slaw hingegen, auf das ich mich eigentlich immer sehr freue, war fad und öde.

Doch interessant war das Getränk, das man mir anbot: ein Blaubeer-Eistee. Der war erstaunlich klar (er besaß lediglich eine kleine, rötliche Nuance), was auf der Flasche mit weißem Tee begründet wurde.

In der Tat war 1% Blaubeersaftkonzentrat im Eistee drin – aber auch 4% Birnensaft. Ja hallo? Wenn ich Birneneistee will, sag ich schon Bescheid! Das Produkt aber Blaubeereistee zu nennen, ist eine klare Verbrauchertäuschung. Obwohl eine Birne abgebildet ist.

Oben am Flaschenhals stand dann noch schön fett „Here’s to your HEALTH!“ drauf. Hauptzutat (außer Wasser) war Zucker. Logisch. Kam auch direkt aus den USA, das Zeug. Na denn: auf meine Gesundheit. Das Zeug ist ein eindeutiger Beleg dafür, wie schnell es mit dem Abendland bergab geht.

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