Archiv der Kategorie: Deutsch

Schnitzel Diavolo im Steakhaus Kampe

Der exklusive Schnitzelclub, dem ich sehr zum Bedauern meiner Personenwaage angehöre, war gestern im Steakhaus Kampe im Hannoverschen Stadtteil Bothfeld.

Vorab gab es frisches, noch warmes Mischbrot mit dazu gereichtem Schmalz, einer Art – möglicherweise selbst hergestelltem – Zigeunerketchup sowie einem grünen, sehr frisch schmeckenden und sehr leckerem Dip. Anschließend gab es einen kleinen, gemischten Salat.

Als mein Schnitzel kam, war ich visuell ziemlich enttäuscht – neben dem Schnitzel, das teilweise unter der Sambalsauce verborgen lag und dessen ansonsten knusprige Panade darunter absoff, lagen zwei einsame Palmherzen und ein paar armselige Kroketten auf dem Teller. Keine Deko, die die Speise wenigstens ein wenig optisch aufwerten würde – nicht mal eine Tomatenspalte oder ein Salatblatt.

Immerhin – das Schnitzel schmeckte sehr gut. Es war butterzart und in einer Art Butterschmalz gebraten, da, wo die Panade nicht von der ebenfalls leckeren (und gar nicht so teuflisch scharfen) Diavolo-Sauce aufgeweicht worden war, war sie annähernd perfekt gebraten (nur ein bisschen zu fest).

Auf die Palmherzen hätte ich gerne auch verzichtet, wenn das mit 11,50 Euro doch recht teure Gericht dann einen Euro günstiger geworden wäre. Und Kroketten sind halt Kroketten. Wer’s mag – bitteschön. Ich hatte das bei der Bestellung nicht wahrgenommen, sonst hätte ich lieber Pommes frites, Bratkartoffeln (mit 1,50 Euro Aufpreis!) oder schlicht Brot dazu genommen.

Fazit: Leckeres Schnitzel und viel vorneweg. Bei den Beilagen kann Kampe noch verbessern und die Preise nochmals prüfen. Insgesamt empfinde ich das Gericht als zu teuer.

Schnitzel gibt es im Steakhaus Kampe nur mittwochs.

Alaskaseelachs mit Kartoffelbrei und Möhren im Clementinenhaus

Und plötzlich liegt man im Krankenhaus und lässt sich den Blinddarm entfernen. Das eröffnet unerwartet neue Perspektiven, was Essen angeht.

Ich liege im Clementinenhaus in Hannover und bekomme Schonkost, konkret: Alaskaseelachs mit Kartoffelbrei und Möhren. So war es angekündigt. Ich bekam das hier:

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Nicht euer Ernst!? Püriert und in Form gepresst?? Ihr habt mir den Blinddarm entfernt, nicht die Zähne! (Oder? Moment, ich gucke kurz im Spiegel nach … nö, Zähne noch da.)

Wider Erwarten schmeckte dieses Assortissement an Nahrung im Astronautenschick jedoch erstaunlich gut, wenn man mal vom geringen Kauwert absieht. Ich will mich also überhaupt nicht über das Krankenhausessen hier im
Clementinenhaus beschweren. Im Gegenteil. Aber ich freue mich darauf, dass es ab heute Abend für mich wieder was zu beißen gibt, nicht nur was zu lutschen.

Wiener Schnitzel im Gilden im Zims

Endlich bin ich mal woanders als in Hannover, nämlich in Köln in der Vorkarnevalszeit. Eingeladen worden bin ich, um an einer Presseveranstaltung teilzunehmen, und zwar in einem altehrwürdigen Gasthaus, nämlich dem »Gilden im Zims«.

Die Lokalität ist absolut super – die alten Backsteine hat man vom Putz befreit und zeigt sie in voller Pracht. Die Räume sind sehr verwinkelt und schaffen eine intime Atmosphäre, obwohl eigentlich alles offen steht.

Zunächst gibt es »Kölsche Tapas« – dahinter verbergen sich Schnittchen und Frikadellen. Das berühmteste Schnittchen dürfte wohl der »Halve Hahn« sein, der mitnichten was mit Hühnern zu tun hat, sondern ein Käsebrot ist. Mit Gurke.

Die Schnittchen sind total okay, und sie würden problemlos bis zum Abend vorhalten. Aber zwischen ihnen und dem Abend liegen noch zwei Gänge – glücklicherweise mit einigem zeitlichen Abstand.

Mein zweiter Gang besteht aus einem riesigen, fein plattgeklopften und sehr zarten Schnitzel Wiener Art mit einem beinahe schon vulgär großen Berg phantastischer Bratkartoffeln. Einzig die würzige Panade hätte einen Hauch fluffiger ausfallen können (aber das sage ich nur, weil ich unbedingt rummäkeln will). Das Schnitzel und die Bratkartoffeln waren wirklich sehr, sehr gut. Und ich habe die Hälfte der Kartoffeln und den kompletten, mitgelieferten Salatteller übrig lassen müssen, denn: nichts ging mehr.

Mit gottlob einer erneuten kleinen Pause schob uns der immer aufmerksame Service schließlich noch das Dessert unter: einen Apfelstrudel. Vielleicht sollte man aber den Dom lieber in Köln lassen bzw. die Kirche im Dorf – Apfelstrudel gehört nicht ins Rheinland. Und so fühlte er sich auch an – ein Fremdkörper. Sehr trocken, sehr fest, geschmacklich allerdings völlig okay, und das obwohl Zimtzucker darüber gestreut war. Die mitgelieferte warme Vanillesauce, die ich schließlich über das trockene Dings löffelte, ließ den Strudel dann akzeptabel matschig werden, so dass ich letztendlich sagen kann: nicht gerade super, aber in Ordnung.

Hervorheben kann ich aber wirklich den Service (ein junger Mann übrigens), der immer da war, wenn man ihn brauchte, sich ansonsten aber im Hintergrund aufhielt. Ach ja, erwähnte ich, dass ich auch Schnitzel und Bratkartoffeln toll fand?

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Currywurst/Pommes im Reimanns Eck

Schon lange habe ich keine Gastronomie-Kritik mehr eingestellt, vornehmlich deshalb, weil ich eine ganze Zeit nur da war, wo ich ohnehin immerzu hingehe.

Gestern Abend war ich aber mit einem Freund auf ein Bierchen im Reimanns Eck am Weißekreuzplatz in Hannover – ein Etablissement, mit dem ich schon einmal ganz üble Erfahrungen gemacht habe. Damals allerdings lag das vermutlich an einer riesigen Gruppe, mit der ich da aufgeschlagen bin. Darum: zweite Chance fürs Reimanns Eck!

Der Betrieb hebt sich positiv aus den ganzen nach dem Wirt benannten Kneipen dadurch hervor, dass die korrekte Rechtschreibung und nicht etwa das sogenannte Deppenapostroph (»Reimann’s«) zum Einsatz kommt. Schon mal was!

Wir bestellten uns ein kleines Bier und Currywurst / Pommes. Es dauerte ein paar Minuten, dann standen die Biere auf dem Tisch. Außerdem gab es ein Körbchen mit Brot und Frischkäse.

Das war auch nötig, denn die Wurst ließ trotz mäßigen Betriebs ganz schön auf sich warten. Insgesamt saßen wir wohl 20 Minuten, bevor die Wurst kam – eine dünne, gerade Bratwurst in Currytunke. Mein Freund kommt aus dem Ruhrgebiet. Der blickte die Reimann-Currywurst an wie Obelix eine Schale mit Rosenkohl.

Der Geschmack der Wurst: fad. Die Konsistenz: zu weich. Der Geschmack der Sauce: Vorne scharf, nachhaltig sauer im Abgang. Die Konsistenz: zu dünn. Immerhin waren die Pommes in Ordnung.

Die Currywurst reizt mich jetzt nicht, nochmal ins Reimanns Eck zu gehen. Könnte alles ein bisschen flotter, ein bisschen fröhlicher und ein bisschen leckerer sein.

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Jägerschnitzel im Cheers

Das Cheers in der Nordstadt Hannovers genießt für seine internationale Küche einen guten Ruf. Schon oft habe ich dort sehr leckere und zudem riesige Portionen bekommen. Meist esse ich ein Pastagericht, doch heute musste es ein Jägerschnitzel sein.

Hätte ich es mal sein gelassen.

Schon der dürftige Salat ließ Schlimmes ahnen: ein Haufen lieblos angerichteten Eisbergsalats mit wässrigem, geschmacksarmen Dressing, zwei Scheibchen Hollandgurken und -tomaten sowie einer milden Peperoni, einer Olive und ein paar Zwiebelringen. Die Zwiebel und Peperoni waren die einzigen geschmacklich relevanten Komponenten auf dem Teller.

Obwohl ich die Sauce explizit separat bestellt hatte, bekam ich sie halb über das Schnitzel und halb über die Fritten gekippt, was Panade und Pommes aufweicht. Doch okay, ich hab’s akzeptiert, weil ich in einer großen Gruppe da war und Fehler auch passieren dürfen.

Was nicht passieren darf: ein Schnitzel aus der Fritteuse. Die Panade wird durch das Frittieren hart und das Fleisch zäh. Dazu kam, dass das Messer total stumpf war.

Die Sauce war offenbar ein Industrie-Convenience-Produkt und kam von Aussehen und Konsistenz sowie geschmacklich kaum über Maggi-Fertigsaucen-Niveau hinaus. Die Champignons der Jägersauce wiesen dann auch noch das typisch-intensive, leicht säuerliche Dosenpilzaroma auf. Bah! Eklig! Und das für knapp 8 Euro!

Weil ich richtig Kohldampf hatte, aß ich das Schnitzel auf. Von den immer weicher und wabbeliger werdenden Pommes (sogar da, wo keine Sauce dranklebte!) ließ ich die Hälfte übrig. Was mir nicht gerade ähnlich sieht.

Nie wieder Schnitzel im Cheers. Nächstes mal lieber wieder Nudeln oder Pizza.

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Schweinefleisch in Gorgonzolasauce im Schumachers

Das Schumachers liegt etwas außerhalb meines mittäglichen Fußmarschradius – allerdings nur 100 Meter. Aber um mal wieder etwas Abwechslung zu haben, bin ich gestern Mittag mal mit meinem Praktikanten dorthin gegangen.

Das Schumachers ist ein – so nennen die sich selbst – SnackBistro. Man kann dort ein paar Kleinigkeiten ordern, die meiner bisherigen Erfahrung nach allesamt appetitlich aussehen, gut schmecken und wenig kosten. Das kann die Küche wahrscheinlich nur querfinanzieren, denn von selbst dürfte sich die nicht tragen. Eigentlich ist das Schumachers ein Sportwettbüro – an Geld dürfte es also nicht mangeln.

Egal: Es gab Schweinefleisch in Gorgonzolasauce mit Broccoli und Kartoffeln. Der Broccoli wurde durch eine riesige Knoblauchzehe dezent gewürzt und sowohl Gemüse als auch Kartoffeln waren ganz leicht angeknuspert.

Das zarte, hauchdünn geklopfte Fleisch lag, gut unter Rauke versteckt, in einer Sauce, die intensiv, aber nicht aufdringlich, nach Gorgonzola schmeckte. Die Rauke passte dazu übrigens hervorragend.

Ein Dessert gehörte ebenso wie ein Glas Wasser zum Essen dazu. »Kuchen«, wie mir die Bedienung verriet, als sie auf drei runde Kuchen wies, deren Belag nur schlecht zu identifizieren war. Als ich wissen wollte, welche Sorten Kuchen das denn wären, war die Bedienung leicht überfordert und wusste nur zu sagen: »Der da ist mit Marmelade.« Außerdem gab es Panna cotta, was die Bedienung auf Nachfrage als »irgendwas mit Krem« ankündigte. Fand ich schon irgendwie niedlich. Ich entschied mich dann für die »Krem«-Panna cotta, und die war hervorragend. Und ganz ohne Krem.

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Salat

Schnitzelabend im Stephans Eck

Wieder einmal traf sich die illustre BMI-Tuning-Gruppe aus Hannover, um sich einen Spoiler anzufuttern. Diesmal fiel die Wahl auf das Stephans Eck in der Geiblstraße.

Das Stephans Eck (das nur außen so heißt – in der Speisekarte steht Stephan‘s Eck mit mittlerweile zulässigem, aber noch immer komplett bescheuerten Deppenapostroph) eröffnet erst morgen neu. Heute waren wir die ersten Gäste – inmitten gerade aufgehangener Bilder und im Dunst frischer Farbe. Irgendwie hat das die Organisatorin des Abends hinbekommen.

Typischerweise futtert die BMI-Truppe Schnitzel, und so war es auch geordert – für 9,90 Euro gab es zunächst einen recht leckeren Salat.

Salat

Salat

Nach dem Salat folgte jede Menge kleiner, zarter, in Butter gebratener Schnitzelchen. Dazu gab es wahlweise Jäger- oder Zigeunersauce, beide aus frischen Zutaten hausgemacht. Während die Jägersauce mit ihren frischen Pilzen sehr gut war, hätte die Zigeunersauce gern ein bisschen Bumms vertragen können. Als »seniorenfreundlich« wurde die Zigeunersauce etwas euphemistisch durch einen Teilnehmer beschrieben.

Zu den Schnitzeln gab es leckere Bratkartoffeln oder wahlweise Pommes frîtes, die teilweise sehr wenig gesalzen (gut – kann ja jeder selber salzen) und teilweise etwas wenig knackig waren (nicht so gut).

Angerichtet wurde alles auf Platten und Schüsseln, so dass es zu einem munteren Hin- und Herreichen der einzelnen Gerichtskomponenten kam. Das macht in größeren Gruppen viel mehr Spaß, als wenn jeder seinen eigenen Teller bekommt.

Schnitzel, Pommes, Zigeunersauce

Schnitzel, Pommes, Zigeunersauce

Alles in allem würde ich dem Essen mit einem Zwischending aus einer Eins minus oder Zwei plus bewerten wollen. Da das nicht geht, bleibt es bei der Zwei plus. Der Service hat sich dagegen eine Eins verdient – ein einzelnes Mädel stemmte die gesamte Meute, und sie hat es sogar zuwege gebracht, den Salat zunächst den verstreut sitzenden Damen zu servieren, bevor dann die Herren zu ihrem Recht kamen. Das erlebt man nicht mehr oft, und dafür: Châpeau!

Der doppelte Espresso, den ich zum Nachtisch orderte, war dafür ein totaler Reinfall. Erstens war er sehr, sehr dünn – so als habe man einen einfachen Espresso auf die doppelte Menge gestreckt. Zweitens schmeckte er alt. Die Bohnen waren offenbar zu lange an der Luft. Vielleicht wird hier nicht so oft Espresso ausgeschenkt? Dafür eine glatte Sechs.

Espresso im Stephans Eck

Nachtisch

Doch wer eine deutsche Kneipe nach dem ausgeschenkten Espresso bewertet, macht was falsch – Filterkaffee: An dem dürfte man herummäkeln. Nicht aber, wenn der Espresso kacke ist. Darum lasse ich den mal außen vor.

Das neue Stephans Eck ist zu empfehlen – aber lasst dann doch lieber die Finger vom Espresso.

Currywurst im O’Curry

Bei Xing gibt es eine Hannoversche Currywurst-Gesellschaft, der ich – Wunder was – angehöre. Einmal im Monat trifft man sich zum Mittagessen, futtert Currywurst und fädelt Geschäfte ein.

Heute ging es ins O’Curry unter dem Wurst Basar am Steintor in Hannover.

Die Currywurst war gut, die Sauce hätte erwas mehr Bums vertragen können, aber die Pommes. Die Pommes. Die gingen ü-ber-haupt gar nicht. Wabbelig, schlapp, zu kalt. Vielleicht lag es daran, dass für 80 Leute gleichzeitig Pommes fritiert werden mussten. Aber wirklich zu entschuldigen ist das nicht.

Doch dann war da noch Hilal. Unsere Bedienung. Hübsch, fröhlich, sofort zur Stelle, immer da. Sie wiegt die fiesen Pommes mehr als auf. Danke.

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