Archiv für den Monat: Oktober 2011

Jägerschnitzel im Cheers

Das Cheers in der Nordstadt Hannovers genießt für seine internationale Küche einen guten Ruf. Schon oft habe ich dort sehr leckere und zudem riesige Portionen bekommen. Meist esse ich ein Pastagericht, doch heute musste es ein Jägerschnitzel sein.

Hätte ich es mal sein gelassen.

Schon der dürftige Salat ließ Schlimmes ahnen: ein Haufen lieblos angerichteten Eisbergsalats mit wässrigem, geschmacksarmen Dressing, zwei Scheibchen Hollandgurken und -tomaten sowie einer milden Peperoni, einer Olive und ein paar Zwiebelringen. Die Zwiebel und Peperoni waren die einzigen geschmacklich relevanten Komponenten auf dem Teller.

Obwohl ich die Sauce explizit separat bestellt hatte, bekam ich sie halb über das Schnitzel und halb über die Fritten gekippt, was Panade und Pommes aufweicht. Doch okay, ich hab’s akzeptiert, weil ich in einer großen Gruppe da war und Fehler auch passieren dürfen.

Was nicht passieren darf: ein Schnitzel aus der Fritteuse. Die Panade wird durch das Frittieren hart und das Fleisch zäh. Dazu kam, dass das Messer total stumpf war.

Die Sauce war offenbar ein Industrie-Convenience-Produkt und kam von Aussehen und Konsistenz sowie geschmacklich kaum über Maggi-Fertigsaucen-Niveau hinaus. Die Champignons der Jägersauce wiesen dann auch noch das typisch-intensive, leicht säuerliche Dosenpilzaroma auf. Bah! Eklig! Und das für knapp 8 Euro!

Weil ich richtig Kohldampf hatte, aß ich das Schnitzel auf. Von den immer weicher und wabbeliger werdenden Pommes (sogar da, wo keine Sauce dranklebte!) ließ ich die Hälfte übrig. Was mir nicht gerade ähnlich sieht.

Nie wieder Schnitzel im Cheers. Nächstes mal lieber wieder Nudeln oder Pizza.

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Lamm »Mongolei-Art« bei Miss Saigon

Miss Saigon ist so etwas wie der Bauchladen asiatischer Küche. Heute habe ich mich mal des Zusatzes »sehr scharf« wegen für das Lamm nach mongolischer Art entschieden.

Natürlich ist es nicht sehr scharf, sondern europäergerecht allenfalls pikant. In der hellen Currysauce findet sich Gemüse wie Möhren, Broccoli und Blumenkohl, Paprika, Wiesenchampignons und grüne Bohnen, also genau das, was schon Dschinghis Khan traditionell auf dem Teller hatte. Das zarte Lammfleisch ist lecker – was daran mongolisch sein soll, vermag ich jedoch nicht zu sagen. Vielleicht ist es in vergorener Stutenmilch eingelegt worden oder es wurde unter dem Sattel eines Kriegers der Goldenen Horde mürbe geritten. Oder beides.

Die Speise kostet 7,50 Euro, was angesichts der Menge in Ordnung geht.

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